23.09.25
lange nicht gehört: bright eyes. /w DJ Nimmersatt
Bright Eyes.
Als Conor Oberst die Band mitte der 90er Jahre in Omaha, Nebraska gründete war er gerade mal 15 Jahre alt. Ich sollte sie in ähnlichem Alter etwa zehn Jahre später mit ihrem folkigen Hit Album I’m Wide Awake It’s Morning auf MTV entdecken. Tatsächlich steht das Album nicht nur bei mir in den TopTen der 00er Jahre, sondern stellte auch den internationalen Durchbruch der Band dar. Die Vorliebe für Folk, Alt-Country und Americana zeigen sich in allen Veröffentlichungen Obersts, doch gerade zu ihren Hochzeiten experimentierten Bright Eyes enorm mit ihrem Sound von Album zu Album. Das gleichzeitig mit Wide Awake veröffentlichte Album Digital Ash In A Digital Urn etwa setzt auf elektronischen Sound aus Synthesizern während der Vorgänger mit dem etwas sperrigen Namen Lifted or The Story Is in the Soil, Keep Your Ear to the Ground neben der klassischen Stammbesetzung auf ein Orchester zurückgreift.
Ein Verbindendes Element aller Alben ist der meist lange erste Track der viel gesprochenes Wort und allerlei Audioschnipsel beinhaltet und jeweils die Stimmung für das Album setzt. Auch Overlays und Einspieler waren prägnant für den schrabbeligen Lo-Fi Sound der ersten Alben, die im Dunstkreis des ebenfalls in Omaha beheimateten Musikers Simon Joyner entstanden. Generell teilen sich beide Künstler einen sehr ähnlichen Sound, der durch das später in Indiekreisen durchaus große Label Saddle Creek Records weiter getragen werden sollte. Die vermutlich ersten Veröffentlichungen unter dem Namen Bright Eyes sind von Oberst auf dem heute noch aktivem Kassetten Label Unread Records zu finden, dass hier in Zukunft noch seine eigene Sendung bekommen wird…
Neben dem Folk sind natürlich die Emo Einflüsse nicht von der Hand zu weisen und ließen meinem Teenage-Ich die Band eher heimlich hören, da man sich ja dem deutsch Punk verschrieben hatte.
Die Überlänge der Sendung zeigt wohl, welchen Stellenwert Bright Eyes für mich hatten und auch wieder haben. Womöglich war es dieser Gegensatz der dem politisierendem und prolligen Punk eine intime und melancholische Seite gegenüberstellte die ich bis heute in der Musik suche. Die Sendung ist ein chronologischer Querschnitt durch das nun beinahe 30 jährige Bestehen der Band, beginnend im Kinderzimmer Nebraskas und endend mit brandneuen Neuinterpretationen alter Tracks der Band in Ursprungsbestzung: Conor Oberst, Mike Mogis, Nathaniel Walcott.
This episode premiered as lange nicht gehört #36 on 18.07.2024 at Sphere Radio
Tracklist
- Racing Towards The New
- Puella Quam Amo Est Pulchra
- Driving Fast Through A Big City At Night
- One Straw
- I Watched You Take Off
- Pull My Hair
- Neely O’Hara
- If Winter Ends
- The Calendar Hung Itself
- Kathy With K Song
- A Song To Pass The Time
- You Will. You? Will. You? Will. You? Will.
- Let’s Not Shit Ourselves
- Train Under Water
- Old Soul Song
- Lua
- Another Traveling Song
- Poison Oak
- Gold Mine Gutted
- I Will Be Gratefull For This Day
- Easy/Luck/Free
- Blue Angels Air Show
- Devil Town
- Rainy Days
- Act Of Contrition
- Four Winds
- Middldeman
- Singularity
- Persona Non Grata
- Flirted With You All My Life
- Solid Jackson (Companion)
- St. Ides Heaven
- Hyptnotist
- Farewell Miss Carousell
- Agenda Suicide
- Land Locked Blues (Companion)
- Hit The Switch (Companion)
- Nunca Seré Feliz Otra Vez
- Clairaudients (Companion)
- Firewall (Companion)